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Struktur ins Team bringen


Wir haben die letzten Seiten viel erfahren zum Thema Bewerbung, wie man Gespräche führen und neue Moderatoren finden kann. Wir haben Verantwortung übernommen und das Wichtigste gelernt: Vertrauen aufzubauen.

 

Nun können wir innerhalb des Teams daran gehen, dieses neu gewonnene Vertrauen in Strukturen zu gießen und daraus ein funktionierendes Geflecht zu stricken, dass uns entlastet und die Verantwortung verteilt. Delegieren ist hier das Zauberwort. Verantwortlich in letzter Instanz ist immer der Betreiber, aber er kann einzelne Projekte, Bausteine wenn man so möchte, abgeben.

 

Bevor wir aber damit beginnen, Arbeit abzugeben und Verantwortung zu delegieren, müssen wir checken, wer in unserem Team welche Talente hat. Es kann sein das wir einen Organisator haben, der aber vielleicht nicht so gut schreiben, oder sich ausdrücken kann. Oder wir haben einen Allrounder, der in der Lage ist, die Leute mitzureißen, der gut schreiben und gut moderieren kann. Von allem eben ein bisschen. Sobald wir das wissen, können wir uns an die Strukturierung machen. Es ist vielmehr eine erste, grobe Richtung einer solchen, denn festlegen können wir diese erst dann, wenn wir mit den einzelnen Personen gesprochen haben und diese auch wirklich die Verantwortung und letztlich die Mehrarbeit an- und abnehmen möchten.

 

Zunächst einmal sollten wir uns darüber im Klaren sein, welche Arbeiten es denn zu erledigen gibt und wie viel Arbeit sie denn machen. Das Einführen sinnloser Posten kann auch schnell zu Frust bei den vermeintlich verantwortlichen führen, wenn sie eben in dieser Position nichts zu tun haben. Ein Radio mit nur wenigen Tune Ins und geringen Besucherzahlen benötigt keinen Hörerbeauftragten. Auch einen Moderatorenbeauftragten würde ich nicht direkt benennen. Eine Vertrauensperson der Moderatoren kann letztlich nur durch diese selber gewählt werden. Nehmen wir mal an, wir haben ein Team von etwa 15 Personen unterschiedlicher Herkunft und auch Erfahrung. Unser Radio ist gut frequentiert, wir haben etwa 300 registrierte Nutzer und jeden Abend auch einen vollen Chat. Der Sendeleiter/Inhaber ist 15 Stunden am Tag nur mit dem Radio beschäftigt. Hier bringen wir jetzt Struktur rein:

 

Der Techniker
Dieser kann uns alles rund um die Technik abnehmen. Dazu gehört die Betreuung der Webseite, das Einstellen neuer Inhalte und auch die Betreuung des Streams. Ggf. können bei einer gewissen Größe sogar 2 Personen diese Aufgabe erledigen. Das hängt auch ein wenig vom Arbeitsaufkommen ab.


Der Planer
Der Planer ist für das Befüllen des Sendeplans zuständig. Er erstellt und koordiniert alles rund um den Plan, prüft neue Sendekonzepte und bringt diese in den Plan ein. Hierzu ist ein hohes Maß an Koordinationsfähigkeit, aber auch Kommunikationsgabe und nicht wenig Zeit erforderlich. Ein Planer könnte spätestens ab etwa 20 Moderatoren und täglich 10 Stunden Programm zu wenig werden.

 

Der Betreuer
Ein Betreuer kümmert sich um den gesamten Einstellungs- und Bewerberprozess. Er weiß, welche Art von Moderatoren gerade gesucht werden, arbeitet daher auch eng mit dem Planer zusammen und schreibt eigenständig Stellenanzeigen. Diese können vom Format her vorgegeben und dann von ihm mit Inhalt gefüllt werden. Der Betreuer filtert die Bewerber, führt erste Gespräche und nimmt dann ggf. später den Inhaber mit hinzu, wenn es zu einer Einstellung kommen soll. Hier hat man dann auch das „Bewerbergespräch und Einstellung“ erwähnte „Vier-Ohren-Prinzip“ mit erschlagen.

 

Schon alleine diese drei Personen/Posten können den Inhaber extrem entlasten und, richtig ausgewählt und gefördert, für die notwendige Ruhe und Koordination sorgen. Es gibt natürlich noch weitere Möglichkeiten, Personen als Verantwortliche mit ins Boot zu nehmen. Wir denken hier an einen Marketingspezialisten, der sich einzig und alleine um die Vermarktung des Radios kümmert. Zusätzlich kann man an einen Chefredakteur denken, der sich eine kleine Redaktion in Eigenverantwortung aufbaut und mit dieser zusammen die Seite und auch die Community mit Inhalten füttert. Man sollte hierbei immer beachten, die Arbeit die man hat, sinnvoll zu verteilen. Jeder dieser Verantwortlichen sollte genügend zu tun haben und auf keinen Fall in einer Hierarchieform höher als der Moderator stehen. Letzten Endes werden diese Personen nichts anderes, als Moderatoren mit weiteren Aufgabengebieten. Eine Abstufung, eventuell noch mit einer Rechtevergabe verbunden, ist absolut nicht ratsam, da es schnell zu Machtkämpfen und Unstimmigkeiten führen kann.

 

Ein weiterer, nicht unwichtiger Posten kann ab einer bestimmten Größe der Sendeleiter darstellen. Man spricht bei einem Radioinhaber auch immer gleich von einem Sendeleiter, wobei man beide auch trennen kann, ohne einem von beiden zu wenig Aufgaben zu zuordnen. Der Sendeleiter kann als Koordinator zwischen den Experten, Moderatoren und dem Inhaber stehen und diese koordinieren. Er kann Schlichter, aber auch das dritte und vierte Ohr in einem Bewerbergespräch sein, wenn der Inhaber irgendwann auch dafür keine Zeit mehr haben wird. Ein Sendeleiter ist, wenn man so möchte, die rechte Hand und das linke Ohr des Inhabers, ohne zu weitreichende Rechte zu bekommen. Er könnte  ein wenig über den Modertoren stehen und kann letzten Endes auch Ermahnungen aussprechen. Entlassungen können dem Inhaber vorbehalten sein.

 

Der Inhaber wiederum ist der Vertreter des Radios. Er kümmert sich um den Schriftwechsel mit Partnern, sucht neue, besucht Veranstaltungen, Messen, geht sozusagen die „Klinken putzen“ und versucht, das Radio voranzutreiben. Er ist der Kopf des Radios, derjenige, der die Richtung vorgibt. Er ist derjenige, der die Finanzen verantwortet und in letzter Instanz die Entscheidung über Einstellung und Entlassung fällt.

 

So, oder aber so ähnlich könnte ein Radio strukturiert sein. Die Zuordnung von Rechten und Pflichten ist oft ganz unterschiedlich und würde an dieser Stelle jeden Rahmen sprengen. Wichtig ist, dass es in einem Radio nicht zu viele Hierarchien geben sollte. Wie ich bereits erwähnte, kann dies schnell zu Rangeleien um Posten und Verantwortlichkeiten kommen. Eine flache Hierarchie ist daher die von mir favorisierte Methode zur Steuerung und Strukturierung eines Radios. Der Inhaber steht oben und in zweiter Stufe kommen alle anderen. Das und genau das darf aber nicht heißen, dass der Inhaber Gottgleich über allem schwebt, er ist vielmehr zugleich Teil des Teams, steht aber dennoch weit über allen Themen. Ein gesunder Menschenverstand sollte das richtige Maß vorgeben.


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