Wer so steil startet, von dem erwartet man natürlich auch in den folgenden Jahren einen beinahe Kometenhaften Aufstieg und immer neueres und besseres. Aber wie es im Leben so spielt, so hat auch die Karriere der Robin Beck ihre Höhen und Tiefen erlebt.
Begonnen hat die Karriere schon sehr früh. Mit dem ersten Plattenvertrag, damals bei Mercury Records, kam auch das erste Album "Sweet Talk", dem allerdings eine recht erfolglose Single in Eigenregie vorangegangen war. Heute ist das Album eine echte Sammler-Rarität, unter anderem deshalb, weil das im Disco-Stil gehaltene Werk Background-Vocals von späteren Stars wie Luther Vandross und Irene Cara enthält. Weiter ging es mit der Karriere und Robin war in den folgenden Jahren vor allem als Background Sängerin sehr gefragt. Sie arbeitete unter anderem mit Melissa Manchester und Leo Sayer, sowie David Bowie und Chaka Khan zusammen.
1988 schließlich ergab sich eine einmalige Chance für Beck. Sie erhielt das Angebot, für den neuen Coca-Cola Werbespot den Song "First Time" zu singen, was ihr in der Folge eine unglaubliche Popularität einbrachte. Das Lied schoss, kurz darauf als Single veröffentlicht,4 in zahlreichen Ländern in die Charts und schaffte es unter anderem in Großbritannien, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden auf Platz Eins. Noch einmal großen Erfolg, vor allem getragen durch die Popularität von "First Time", kam dann 1989 das Album "Trouble Ore Nothing" heraus, dass mit "All Your Tears" und "Tears in the Rain" gleich zwei Singleauskopplungen enthielt, die vor allem in Deutschland, der Schweiz und Österreich erfolgreich wurden. In den USA und auch Großbritannien floppten jedoch beide Aufnahmen und auch in der Folgezeit blieb Robin Beck in Amerika stets eine Unbekannte, während man sie in Großbritannien zumindest noch als One Hit Wonder ansah.
An den Erfolg von "First Time" und dem ersten Album gelang es Robin Beck in den folgenden Jahren nicht richtig anzuknüpfen. Zwar erschien im Jahre 1992 mit "Human Instinct" noch ein drittes Album, aber der alte Erfolg war vergessen. Immerhin erreichte der aus diesem Album ausgekoppelte Song "In My Heart To Stay" in Deutschland noch Platz 55, aber darüber hinaus war dem Album kein weiterer Erfolg beschert. 1994 schließlich brachte Robin Beck das Album "Can’t Get Off" auf den Markt, aus dem ein Song in der Folge bekannter wurde. "Close To You" ist in der deutschen Fassung in einem bekannten Werbespot der Burgerkette "McDonalds" zu hören. Viele erinnern sich sicher noch an den Song "Einfach gut, bei McDonalds ist es einfach gut ...". Dennoch erreichte die Single auch hier in Deutschland nur einen sehr enttäuschenden 79. Platz.
In den folgenden Jahren wurde es sehr ruhig um die Amerikanerin, die zwar hier und da noch eine Single veröffentlichte, sich aber ganz ihrem Dasein als Mutter widmete. 1997 bekamen sie und ihr Mann, der bekannte amerikanische Hardrock-Sänger James Christian von "House of Lords" eine Tochter. 1999 erschienen insgesamt zwei Singles, die jedoch beide floppten.
2006 kam Robin Beck noch einmal ins öffentliche Rampenlicht. Allerdings beinnahe gänzlich ohne ihr eigenes Zutun. Das Projekt "Sunblock" sang ihren 88er Hit "First Time" neu ein und erreichte damit sogar in Großbritannien und Finnland die vorderen Chartplätze in den Singlecharts. Als kleinen Vorgeschmack auf kommende Zeiten gab es im Jahre 2009 noch einmal eine Neuveröffentlichung ihres 89er Albums "Trouble Or Nothing", wobei Neuveröffentlichung an der Stelle eigentlich falsch ist. Denn das Album wurde beinnahe zur Gänze neu aufgenommen und abgemischt und enthält zudem gleich vier neue Songs.
Nach über 20 Jahren und inzwischen über 50 Lenzen ist Robin Beck wieder da. Mit "The Great Escape" erschien, wenn auch mit Verspätung, im Jahre 2011 ihr neues Album. Was die Dame noch zu bieten hat, dass bemerkt der aufmerksame Käufer bereits, wenn er das Album in den Händen hält. Trotz ihres Alters scheint Miss Beck nichts an Vitalität verloren zu haben und genau so kommt auch das Album daher. Frisch und überaus melodiös haut mich die Stimme von Robin Beck vom Stuhl, wenn ich mir Songs wie "The One" oder "Inside Of Me" anhören. Es klingt beinahe wie zu Zeiten von "First Time" und ich erwische mich dabei, wie ich beim Opener mit dem Fuß wippe. Eine ansonsten eher ungewohnte Bewegung bei Rockscheiben. Mit einem wirklich starken "Baby I´m Not A Bitch", im Original von THE ELEMENTS und der wirklich kraftvollen Ballade "All The River" liefert Robin Beck hier ein sehr eindrucksvolles, wenn auch nicht unbedingt absolut neues Werk ab. Denn irgendwie habe ich beim Anhören das Gefühl gehabt, den ein oder anderen Song schon mal gehört zu haben. Nur eben nicht so gut wie auf "The Great Escape". Duette wie "That All Depends" mit Joe Lynn Turner und dem Closer "Till The End Of Time" mit ihrem Mann James Christian runden das Album ab.
Offizielle Webseite von Robin Beck
Quelle der Bilder: Offizielle Seite/Promobilder