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Probleme und Lösungen


Probleme haben die unangenehme Eigenschaft, immer dann aufzukommen, wenn man sie nicht erwartet und schon gar nicht gebrauchen kann. Andererseits sollte man diese als Chance sehen, ein Stück weiter zu kommen und zu lernen. Ärger innerhalb des Teams, Streitigkeiten und, meist aus Unwissenheit oder Desinformation geschürte Unzufriedenheit führt schnell zu kaum mehr zu lösenden Problemen. Viele Radios sind schon genau aus solchen Gründen gescheitert. Sie fanden teilweise keine Lösung für innere Konflikte und inzwischen ist es ein offenes Geheimnis in der Radioszene, dass es durchaus Moderatoren gibt, die häufiger als andere dazu neigen, Unzufriedenheit zu schüren.

Genau aus diesem Grund ist auch eine Vernetzung und Kommunikation zu anderen Radios, zu anderen Betreibern wichtig und richtig. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, von vorne herein Ärger zu vermeiden als die, mal kurz einen Anruf bei dem Kollegen zu tätigen und diesen nach einem Bewerber zu fragen. Aber Vorsicht: Nicht immer ist das ratsam, denn es gibt durchaus Fälle, in denen der Inhaber des Radios noch nichts von den Wechselabsichten des Moderators weiß, oder man sich vielleicht aufgrund eines Streits getrennt hat. Es gilt hier abzuwägen, wann und wie man einen Kollegen anruft. Generell kann man das immer dann tun, wenn ein Moderator eine Referenz angibt, oder bereits längere Zeit sucht und nicht mehr sendet, bzw. bereits bei dem letzten Radio gekündigt hat. In solchen Fällen sollte ein Anruf kein Problem darstellen, im Gegenteil. Der Anruf kann dem Aufbau eines eigenen Netzwerkes durchaus zuträglich sein.

 

Probleme kommen zumeist nicht von irgendwoher und plötzlich. Gerade größerer Ärger kündigt sich an, macht sich breit und entlädt sich dann mit großer Wucht. Indikatoren dafür sind vielfältig und gären meist unterschwellig. Als Inhaber ist es oft schwer die Zeichen zu deuten und wenn, kann man sie auch schnell falsch deuten und so vielleicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. Eine unbedachte Reaktion auf eine Aktion kann rasch zu heftigen Ausbrüchen führen, die ein ganzes Team mitreißen. Schnell ist ein Gerücht im Umlauf, von dem man vielleicht selber gar nichts mitbekommen hat, dass aber zu noch mehr Vermutungen und Gerüchten führt und damit Probleme schafft, die eigentlich gar nicht da sind.

 

Die Kunst genau das zu verhindern ist nur schwer zu erlernen. Man muss im genau richtigen Moment von einem Problem erfahren und darf dieses nicht vor sich herschieben. Es muss direkt und unmittelbar angegangen werden. Genau hierzu kann auch nur der Inhaber, kein Sendeleiter und schon gar kein Moderator in der Verantwortung sein. Schnelles Handeln verhindert meist das Aufkommen wilder Gerüchte und Vermutungen und verhindert Schlimmeres bereits in der Entstehung. Es kann also auch nur im Interesse des Inhabers sein, alles zu sehen und zu hören, was um ihn herum vorgeht. Genau jetzt wird auch klar, warum Kommunikation innerhalb eines Teams wichtig ist. Wenn ich als Inhaber schon von Anbeginn an eine offene Kommunikation fördere, dann sehe ich was vor sich geht und verhindere unterschwelligen Ärger. Das bedeutet natürlich zugleich auch, dass ich als Inhaber in der Verantwortung der Information bin. Es muss in diesem Fall so sein, dass ich mein Team über wichtige Neuerungen informiere, über den Stand wichtiger Verhandlungen, über neue Teammitglieder und so weiter. Das kann ich in Konferenzen tun, dass kann ich aber auch mittels eines Newsletter kommunizieren, den ich an meine Teammitglieder versende. Auch ein internes Forum hat sich hier schon vielfach bewährt. All das entbindet aber nicht von der Wichtigkeit eines persönlichen Gesprächs, dass auch der Inhaber regelmäßig mit jedem seiner Mitarbeiter führen sollte.  Für eine solche Rücksprache hat sich in der regulären Arbeitswelt das sogenannte Mitarbeiterjahresgespräch etabliert. In diesem sprechen Vorgesetzter und Arbeitnehmer über all die Dinge, die sonst keine Zeit finden. Wie ist die aktuelle Situation, wie bewertet der Chef die Leistung, wie sieht er die Weiterbildung und die Zukunftschancen. Natürlich wird in einem solchen Gespräch auch die Sicht des Arbeitnehmers heran gezogen. Wie sieht er sich derzeit im Team, was möchte er noch alles erreichen, hat er vielleicht Probleme mit der ein oder anderen Person, gibt es Anregungen und Ideen für die Zukunft und auch für die Entwicklung des Radios?!

 

Die Beantwortung solcher Fragen kann helfen, das Radio voranzubringen, aber es dient vor allem der Feststellung der Situation des Moderators. Wo sieht er sich, was möchte er erreichen und was sind seine nächsten Schritte und Ziele. Hilft man dem Moderator nun bei genau diesen Dingen, geht man Ärger und Problemen nicht aus dem Weg, aber man verhindert sie lange Zeit.

 

Ihr seht, Probleme kann man bereits in der Entstehung vermeiden. Man wird sie nicht gänzlich verhindern können, aber man kann sie minimieren. Sollte es wieder erwarten zu einem ernsthaften Streit kommen ist es wichtig, einen klaren Kopf zu behalten, sich nötigenfalls mit Kollegen zu beraten und dann auch konsequente Schritte einzuleiten. Abwarten und wegschauen kann zu schlimmen Reaktionen, Unzufriedenheiten und Problemen führen, die letztlich die Schließung eines Radios zur Folgen haben können.

 

Im Übrigen gilt auch hier was ich bereits mehrfach sagte: Einen Kollegen, auch wenn er von einem anderen Radio kommt zu Rate zu ziehen ist kein Zeichen von Schwäche. Es kann helfen, einem Problem aus einer neutralen Sicht ggf. zu einer Lösung zu verhelfen.


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