Ein Historiker und ein Architekt. Das Erfolgsrezept des Duos Lowe/Tennant ist nur schwer zu greifen. Als die beiden 1981 in London eine Band gründeten dachte sicher auch noch keiner der beiden an den durchschlagenden Erfolg. Auch die erste Platte, welche die beiden zusammen mit dem Produzenten Bobby "O" Orlando 1984 aufnahmen, wies nicht auf Erfolgskurs. "West End Girls" floppte grandios.
Aber die Beiden geben nicht auf und so wird eben dieser Song 1985 noch einmal neu abgemischt und bei EMI neu veröffentlicht. Die Single erreicht auf Anhieb den ersten Platz in den britischen und auch in den US-amerikanischen Singlecharts. Es folgt eine ganze Serie weiterer Hits wie "It's a Sin", "Heart" und auch das Brenda Lee Cover "Always On My Mind". Die beiden 86er und das 87er Album "Please", "Disco" und "Actually" bringen den Boys schließlich 1988 einen Brit Award ein. Mit Covern wie "Go West" von den Village People und "Where the streets have no name" von U2 gelangen die beiden Musiker auf die Spitze des Pop-Olymp.
Damit aber nicht genug. Das Duo macht nicht nur selber Musik, sondern sie produzieren auch weitere Künstler wie etwa Liza Minelli und Dusty Springfield, schreiben Hits wie "Falling" für Kylie Minogue und arbeiten als Backgrounder bei Robbie Williams auf dessen Single "No Regrets" mit. Für die Bloodhound Gang arbeiten sie als Remixer auf deren Single "Mope".
Tennant und Lowe sind anfangs scheu und auch in den 90ern eher wenig live zu sehen. Bereits früh erreichen die Songs Kultstatus und erlangen besonders in der Schwulenszene große Bekannt- und Beliebtheit. In den 80ern bekannte sich Neil Tennant auch offen zu seiner Homosexualität und beide setzten sich bereits früh für die Rechte der Schwulen und Lesben ein.
Zufälle helfen also manchmal auch und hätte Tennant nicht am 19. August 1981 ein Kabel für seinen ersten Synthesizer gebraucht, hätten wir auf solche Hits wie "Go West" und "West End Girls" wohl verzichten müssen. Und auch den neusten Streich der Beiden aus dem Jahr 2009 hätten wir nicht genießen können. "Yes" ist das neuste, lebensbejahende Album von Tennant und Lowe und hoffentlich nicht das Letzte.
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