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Das Konzept

"Quot homines, tot sententiae."
Es gibt so viele Meinungen wie es Menschen gibt.



An diesem Spruch, den man dem römischen Komödiendichter Publius Terentius Afer (um 190 v. Chr.) zuschreibt, ist sehr viel Wahrheit. Wie viel Wahrheit darin steckt, zeigen schon die zahllosen Diskussionen zum Thema "Radio und Konzept" in den einschlägigen Foren. Viele der nun folgenden Ausführungen werden dem werten Leser philosophisch vorkommen. Das sind sie auch, denn konkrete Tipps und Hilfestellungen können diese Ausführungen nur teilweise geben. Zu vielfältig sind die Möglichkeiten, Meinungen und Gedanken derjenigen, die ein eigenes Radio gründen möchten.


Der erste Gedanke muss nicht auch zwangläufig der Beste sein und was am Anfang gut erscheint, kann sich einen Tag später bereits als Fehler erweisen. Das dies alles sehr philosophisch und wenig nach echter Hilfestellung klingt, ist durchaus beabsichtigt. Denn so viele Menschen es gibt, so viele Ideen und unterschiedliche Ansichten gibt es auch. So schließt sich der Kreis.



Die Idee, die man am Anfang hat, sollte zunächst einmal aufgeschrieben werden. Rund um das, was man als kurzes Stichwort aufgeschrieben hat, sollte nun nach und nach eine Art "Brainstorming" entstehen. Schreibt zum Beispiel "Mainstream" auf ein Blatt Papier und dann formt nach und nach um das Wort herum einfache Schlagworte, die euch gerade in den Kopf steigen. "Popmusik", "Newsredaktion", "Wetter", "Rock um Fünf" ... der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Wenn ihr damit fertig seit, dann beginnt, die Worte die ihr geschrieben habt, zu sortieren und in eine Reihenfolge zu bringen. Ordnet dabei das für euch Wichtigste oben an und arbeitet euch nach unten durch. Sollte euch was nicht gefallen, streicht es wieder - fügt etwas hinzu, wenn euch gerade etwas in den Sinn kommt. Es hat sich bei dieser Methode im Übrigen bewährt, den anfänglichen Brainstormzettel an einen gut zugänglichen Ort (zum Beispiel die Tür des Kühlschrankes) zu heften und ihn dort für einige Tage zu belassen. Ihr geht immer wieder daran vorbei, werdet daran erinnert und euch fallen immer wieder neue Sachen ein.



Wenn sich nach und nach eine Liste gebildet hat, dann solltet ihr darüber nachdenken, welche der Punkte am besten und schnellsten und von euch selber alleine machbar sind. Könnt ihr zum Beispiel gut einen Wetterbericht schreiben, dann notiert das. Alle Dinge der Liste, die ihr selber erledigen könnt, müssen nicht mehr von anderen gemacht werden! Für alles andere braucht ihr die entsprechenden "Experten". Ob ihr diese einkauft, oder aber im Laufe der Zeit findet, oder aber sogar den Punkt von eurer Liste streichen müsst sei an dieser Stelle mal dahin gestellt.
Ihr habt jetzt auf jeden Fall schon mal ein grobes Konzept, dass nun verfeinert werden muss. Ihr könnt (müsst natürlich nicht), dabei versuchen, nach dem folgenden Schema eure Punkte einzuordnen:



  1. Name des Senders
  2. Logo, Farben und Zeichen (welche Schriftarten werden wo verwendet)
  3. Claim (also ein Spruch wie zum Beispiel "hier spielt die Musik"
  4. Zielgruppe (wen und welche Altersklasse möchtet ihr erreichen. Gerade bei der Zielgruppe entscheidet sich eigentlich auch der gesamte Aufbau der Seite, das Logo, der Name und nicht zuletzt Programm und Gestaltung der Sendungen
  5. Inhalte (was möchte ich auf meiner Seite präsentieren? Reicht zunächst mal eine einfache Seite mit Namen, Logo, Playern und ggf. einem Sendeplan und der Teamvorstellung?)
  6. Technik (was brauche ich für die Seite, den Stream und nicht zuletzt für mein eigenes Studio?)
  7. Kosten (welche Kosten kommen auf mich zu und kann ich diese ggf. durch Werbung wieder reinbekommen?)
  8. Moderatoren (welche Moderatoren möchte und brauche ich? Genrebezogen? Oder will ich einfach ein großes Team? Beschränke ich mich zunächst mal auf 10 Moderatoren und lasse den Rest einen guten Stream laufen?)
  9. Interaktivität (welche Kanäle brauche ich? Chat? Ist ein Forum notwendig?)
  10. Werbung (wie möchte ich mein Radio an den Mann, bzw. die Frau bringen? Müssen es Flyer sein ((Kosten bedenken!)) oder kann es auch Werbung in den Sozial Networks sein? Welche Banner brauche ich, kann ich das selber oder muss ich dafür jemanden suchen? Kann ich selber Jingles produzieren?
  11. Konzept (wie bewerbe und stelle ich meinen Sender nach Außen dar?)


Dies sind nur einige der Punkte die es zu Beginn zu beachten gibt. Sicher habt ihr nun eure vorher grob beschriebenen Punkte aus dem Brainstorming in diese Liste einsortiert und fest gestellt, dass ihr euch über vieles noch gar keine Gedanken gemacht habt. Wir gehen nun im Folgenden auf die einzelnen Punkte etwas genauer ein:


Der Name des Senders

Radio Schnuggeldu. Radio FM ... wie ihr seht, müssen die ersten Einfälle nicht zwangsläufig die Besten sein und häufig rennt man hier in eine böse Falle. Wenn man einmal einen Namen gefunden hat, sollte man sich zunächst einmal schlau machen, ob es diesen Namen schon irgendwo gibt oder Teile davon in anderen Radionamen verwendet werden. Besonderes größere Stationen und UKW Radios reagieren extrem verärgert, wenn man ihren Namen oder Teile ihres Namens verwendet. Kontrolle ist hier also durchaus angebracht und oft reicht schon ein kurzer Griff zur bevorzugten Suchmaschine. Zur Sicherheit gibt es auch noch einen sogenannten Marken Quick-Check. Hier könnt ihr schauen, ob der von euch ausgesuchte Name so schon irgendwo als eingetragene Marke existiert. Den Check findet ihr unter www.schutzrechte-online.de

 

Alles gecheckt? Wunderbar! Dann seit ihr am Zug. Wenn euch der Name gefällt, solltet ihr schnellstens sowohl Internetadresse als auch die Markenrechte schützen lassen. Das geht recht einfach und kostet auch nicht viel. Die Investition lohnt in jedem Fall, denn so ist zumindest ein Missbrauch durch Dritte abgedeckt und stellt euch mal vor, ein Dritter schützt sich die Rechte an dem Namen, den ihr euch ausgesucht habt. Nicht auszudenken!
Und nicht vergessen: Nach & 47 des Markengesetzes erlischt die Schutzdauer der Marke nach zehn Jahren (Quelle: Markenrecht, §47, Abs. 1).

 

Achtung: Wie auch beim Markenrecht für Namen gilt, dass ein Logo geschützt werden sollte!


Logo, Farben und Zeichen

Schrill, möglichst bunt, mit ganz vielen animierten GIFs. So oder so ähnlich kommen zahllose "Radiosender" inzwischen im Netz an und das kommt weder beim Hörer, noch bei potenziellen neuen Moderatoren gut an.

 

Dezente Farben, die in den Augen nicht weh tun und solche, die zum Thema des Senders passen, sollten es da schon sein. Ein Rocksender darf ruhig etwas dunkler sein und ein 80er- Sender etwas kitschig bunter. Wobei auch hier die Grenzen des guten Geschmacks häufig verwischen. Erlaubt ist, was gefällt. Allerdings sollte man sowohl bei der Farbe, als auch bei der Auswahl der Zeichen auf der Seite ggf. noch mal eine zweite, dritte oder sogar vierte Person drüber schauen lassen. Der eigene Geschmack kommt bei zahlreichen Menschen nicht unbedingt immer gleich gut an. Eine sehr gute Seite zum Thema Farbenlehre und dem Einsatz auf der eigenen Homepage ist die Seite www.metacolor.de, die neben zahlreichen Grundregeln auch gezielte Tipps zum Einsatz von Farben gibt. Auch bei der Auswahl der Schriftzeichen sollte man auf Kontinuität setzen. Und das meine ich hier durchaus wörtlich: Nicht nur auf der Page selber, sondern sogar im Forum, auf Visitenkarten, im Konzept selber und was alles mit dem Radio zu tun hat, sollten sich die gleichen Farben, Logos und Schriftzeichen wieder finden. Wiederfinden und wiedererkennen sind im Übrigen hier sehr gute Stichworte, denn Kontinuität bedeutet auch einen Wiedererkennungswert zu schaffen.


Der Claim

Jetzt wird es schon deutlich konkreter und auch deutlich schwieriger. Der Claim des Radios ist so etwas wie der beste, hörbare Wiedererkennungswert, der sich durch die gesamte Radiozeit, das Programm und letzten Endes auch durch alles andere hindurch zieht, was im Laufe der Zeit hinzukommt. Er kann auf Visitenkarten, Plakaten und Stickern, in Werbespots und auch im Stream selber platziert werden. Ein Claim ist wichtig, denn er setzt sich, wenn er gut ist, direkt in die Köpfe der Hörer und wenn dieser dann den Claim hört, kann er diesen sofort mit dem Radio zu dem er gehört in Verbindung bringen. Ein Claim ist also so etwas wie das ultimative Wiedererkennungszeichen eines Senders, das beinahe alle Sinne anspricht. Wir sehen ihn, hören ihn und könnten ihn rein theoretisch auch fühlen. Vielleicht neige ich an dieser Stelle zur Übertreibung, aber das sicher aus gutem Grund. Wie man sich sicher vorstellen kann, geben die großen Sender, insbesondere die Rundfunksender, nicht umsonst aberwitzige Summen auf der Suche nach einem solchen, einprägsamen Claim aus.


Ideenreichtum und vor allem eine Heidengeduld sind hier gefragt, denn oftmals sind die besten Claims bereits vergeben. Auch hier gilt: Unbedingt auf die Rechte achten! Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig zur Suchmaschine greifen. Eine "Übernahme" eines anderen Claims bringt zwar nicht wie im wilden Westen gleich eine Kugel in den Bauch, aber sicherlich eine fette Abmahnung ins Haus.


Die Zielgruppe

Eigentlich steht dieser Punkt zu weit unten. Denn die Zielgruppe ist mithin die wichtigste Festlegung bei der Gründung eines neuen Senders überhaupt. Auf ihr basiert letzten Endes alles. Sowohl ein Claim als auch Farben, Logos und letztendlich der Inhalt der Seite sprechen nicht alle Menschen, wohl aber eine bestimmte Zielgruppe von Menschen an. Nehmen wir als Beispiel eine dunkel gehaltene Radioseite mit einem eher düsteren Claim. Man sollte kaum glauben, dass eben diese junge Menschen anspricht, die eher Popmusik der heutigen Tage hören. Angezogen von einer solchen Seite fühlen sich aber sehr wohl die Menschen, die dem Metal und vor allem dem Gothic verhaftet sind. Legen wir für unsere neue Radioseite fest, dass wir eine Zielgruppe von 0-99 Jahren bedienen möchten, dann wird es schwer. Man wird mit einer Seite niemals sowohl den harten Rocker, als auch den Jazzfreund und dazu noch denjenigen ansprechen, der gerne 80er Jahre Musik hört. Die Gratwanderung an der Stelle ist sehr schmal und oftmals verläuft man sich in der Vielzahl der Möglichkeiten. Zu überlegen wäre an dieser Stelle, ob man nicht den Weg vieler Radios gehen möchte, die derzeit mittels mehrerer Kanäle versuchen, eine breite Zielgruppe abzudecken. Für den Anfang ist das jedoch, wie man so schön in Neudeutsch sagt: "Too Much". Kleine Brötchen backen und darauf aufbauen ist die Devise. Also zunächst einmal versuchen, mit einem vernünftigen Programm und einer ordentlichen Seite eine bestimmte Zielgruppe zu erreichen. Erst wenn das funktioniert, kann man sich in neue Abenteuer stürzen und ggf. einen zweiten Kanal gründen, in dem beispielsweise ausschließlich Schlager oder Rock gespielt wird. Vorsicht geboten ist auch bei solchen Aussagen wie: "Wir sind ein Mainstreamsender und spielen alles!"

 

Auch hier verrennt man sich sehr schnell, denn welcher Hörer möchte schon gerne nach einem harten Arbeitstag sein Radio einschalten und wilden Rock um 17 Uhr hören, oder nach einer Schlagersendung um 20 Uhr gleich eine Technosendung haben? Ich als Hörer zumindest nicht und damit dürfte ich mich in eine lange Reihe von weiteren Hörern einreihen. Viel besser ist es, ein durchgängiges Programm zu bieten und sich zunächst einmal ohne große Experimente auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Klingt, wie eingangs bereits erwähnt, philosophisch und das ist es auch. Die Gedankenwelt des Menschen geht eben nicht nur in eine Richtung und wenn man so etwas wie ein Radio gründen möchte gehört es nun einmal dazu, in mehrere Richtungen zu denken!

 

Denkt bei der Zielgruppensuche mal an eine Hose. Eine Hose die einer 20-jährigen sehr gut gefällt, würde einen 60-jährigen niemals gefallen. Er würde sie nicht anziehen. Die Zielgruppen für eine Marke wie BMW sind eine gänzlich andere als die für einen FIAT und so weiter.

Langfristigen Erfolg hat nicht, wer zu kurzfristig denkt. Mehr Hörer und möglichst alle ansprechen ist, vor allem am Anfang ein falscher Gedanke. Vielleicht ist es sogar besser mal darüber nachzudenken, ob man nicht mit seinem Radio zunächst mal nur die Menschen in seinem Ort ansprechen möchte. Die haben einen ganz anderen Bezug zum Radio und vielleicht sogar zum Inhaber. Für den ist es auch viel leichter in einem solchen Fall, Werbung zu machen und sogar potenzielle Sponsoren zu finden. Wie man sieht, sind wir hier schon wieder beinahe beim Thema Marketing und zeigen damit auch wieder sehr schön, wie sehr übergreifendes Denken bei diesem Thema gefordert ist.

Jeder Mensch hat Bedürfnisse. In unserem Fall ist es das Bedürfnis nach Unterhaltung. Der Eine braucht zum Einschlafen klassische Musik, der andere bevorzugt zum Aufstehen harte Rockklänge. Daher ist es wichtig sich vorher darüber Gedanken zu machen, wen ich mit meinem Angebot ansprechen möchte. Kennt man die Bedürfnisse seiner Hörer, so kann man diese auch erfüllen!


Hörer --> Bedürfnis nach Unterhaltung = Zielgruppe

 

Im Folgenden möchte ich dem geneigten Leser eine kurze Checkliste an die Hand geben, anhand derer eine Bestimmung der Zielgruppe möglich ist. Natürlich ist das nicht der Weisheit letzter Schluss, aber es ist eine der vielen Möglichkeiten, die sich in der Praxis bewährt haben:

 

Brainstorming
Nehmt euch einen Zettel zur Hand und fangt einfach mal damit an, ohne groß nachzudenken, wen ihr alles ansprechen möchtet mit eurem Programm. Es hat sich an dieser Stelle gezeigt, dass mit konkreten Beispielen eine schnellere Lösung herbeigeführt werden kann. Wenn ihr Leute aus eurem näheren Umfeld kennt, die das Bedürfnis nach Unterhaltung via Radio haben, dann notiert diese doch einfach mal auf der linken Seite. Schreibt daneben, welche Wünsche und Vorstellungen sie haben. Das wären dann, wenn ihr deren Bedürfnisse mit eurem Programm erfüllt, eure Stammhörer.



Liste verfeinern und Nutzen erkennen
Jetzt schreibt mal auf, welche Leute ihr gerne ansprechen möchtet, welche Bedürfnisse ihr gerne erfüllen möchtet. Passt das zu euren Stärken? Es nutzt nichts, einen Rocksender zu gründen, wenn ihr im Grunde eures Herzens ein Schlagerfan seid! Welcher Gruppe von Hörern könnt ihr mit euren Stärken den größtmöglichen Nutzen bringen und mit welchem Genre habt ihr am liebsten zu tun? Versucht hier, eure eigenen Stärken einzubringen und diese in Einklang mit den Wünschen und Bedürfnissen der potenziellen Hörer zu bringen.



Bestimmt eure Haupt-Zielgruppe
Jetzt geht es ans Eingemachte! Ihr solltet nun eine Liste mit Namen haben und daneben stehend die Wünsche und Bedürfnisse der einzelnen Personen. Dann habt ihr aufgeschrieben, was und wen ihr gerne bedienen möchtet. Nun bildet aus dem was ihr vorliegen habt, eine Haupt-Zielgruppe. Hat sich beispielsweise herausgestellt, dass ihr gerne Schlager hört und viele eurer Personen auf der Liste dies teilen, dann habt ihr im Grunde schon eine Entscheidung vor euch!



Bedenkt bitte, dass je genauer ihr diese Liste macht und verfeinert, desto eher stellt sich am Ende auch eine klare Zielgruppe heraus. Solltet ihr im ersten Anlauf keinen Erfolg haben und sich herausstellen, das ihr gar mehrere Zielgruppen habt, dann wäre der allseits beliebte Mainstreamsender nicht einmal das Schlechteste.



Der Inhalt der Seite

Kommen wir nun zum Inhalt der Seite und auch hier muss ich eingangs erwähnten Spruch wieder aufgreifen. Es scheiden sich die Geister an dem, was auf eine "ordentliche" Seite muss. Nun liegt es in der Natur der Dinge das Radiobetreiber, gerade wenn sie ein neues Radio eröffnen dazu neigen, möglichst viel "Content", wie es heute so schön heißt, auf die Seite zu stellen. Damit, so die Meinung vieler, schaffen sie einen Anreiz für Besucher, auf die Seite zu strömen. Das Problem ist nur, dass der inzwischen ein millionste Wetterbericht nicht wirklich einen Mehrwert darstellt. Nun kann man dagegen halten, dass viele der großen Stationen inzwischen auch mehr und mehr auf Content setzen, der im eigentlichen Sinne nichts mit dem Radio selber zu tun hat. Das ist korrekt, nur sind diese Radios auch schon seit einigen Jahren auf dem Markt und haben so viele Hörer, dass für diese der zusätzliche Content tatsächlich einen Mehrwert darstellt. Zuviel auf einer Seite zerstört letzten Endes nicht nur das Gesamtbild und den ersten Eindruck (der weiß nicht wirklich was er will), sondern sorgen zusätzlich dafür, dass neue Besucher oft den Sinn der Seite nicht erkennen. Das eigentliche Problem liegt nicht in der Masse an Content auf einer Seite, sondern daran, dass viele glauben, je mehr Content auf einer Seite, desto mehr Besucher. Womit wir wieder beim eben erwähnten Wetterbericht sind. Warum sollte ich eine Radioseite besuchen und dort einen Wetterbericht lesen, wenn ich viel ausführlichere Informationen in meiner Tageszeitung bekomme?


Neue Besucher wollen doch vor allem eines wissen: Was ist das für eine Seite und nach dem "ah, ein Radio" kommt die Suche nach den wesentlichen Inhalten. Und die sind, aus meiner Sicht die Folgenden:

 

  1. Die Player
    Gut sichtbar platziert und sofort ins Auge stechend und zwar genau dort und so, dass sie auch dann aufrufbar sind, wenn ich auf eine Unterseite wechsel. Wichtig hierbei: Player, die "eingebettet" auf einer Seite liegen und automatisch beim Aufruf der Seite starten, nerven. Finger weg!
  2. Programm
    Ich bin auf einer Radioseite, also möchte ich Radio hören. Aber welche Sendung läuft denn gerade oder wann läuft meine Lieblingssendung? Wichtige Informationen, die wirklich auf keiner Seite fehlen dürfen
  3. Team, Bewerbungsmöglichkeit
    Als potenzieller neuer Moderator habe ich einige Fragen. Die sollten genau hier auch beantwortet werden. Wer ist denn so im Team, wie alt sind die Moderatoren hier im Schnitt und welche Sendungen fahren sie? Passe ich in das Team und kann ich meine eigene Sendung hier platzieren?

 

Alles weitere, also Dinge wie Presseinfos, Informationen für Werbetreibende, Foren, Gästebücher, Galerien und so weiter sind kein Muss. Sie sind ein Kann, dass man nach und nach einpflegen sollte. Es überfrachtet die Seite am Anfang nicht, gibt den Blick für das Wesentliche frei und zudem hat es den angenehmen Nebeneffekt, öfter mal etwas neues bieten zu können. Das natürlich ein Impressum ein absolutes Muss ist, erwähne ich hier noch einmal am Rande (siehe hierzu auch das Telemediengesetz).


Je nach Radio und natürlich auch je nach Zeilgruppe und Ausrichtung des Programms können natürlich nach und nach weitere Inhalte einfließen, aber man sollte sich auf keinen Fall der Illusion hingeben, dass mit steigenden Inhalten auch die Besucherzahlen und damit gar die Hörerzahlen steigen.


Einen Besucher zum Hörer zu konvertieren, ist noch einmal eine Kunst für sich und hat zunächst einmal wenig mit dem Inhalt an sich zu tun. Eine interessant wirkende, einladende Seite ohne viel Schnickschnack läd auch schon mal zum einschalten ein, wenn man denn den Player direkt findet.

 

Siehe zu diesem Thema auch: Die Webseite


Die Technik

Die Technik ist das "A" und "O" des Radios. Ohne diese funktioniert kein Stream, keine Seite und noch nicht einmal das Telefon, um seinen potenziellen neuen Moderator anzurufen. Leicht es das auf keinen Fall. Weder, die richtige Systeme und Anbieter zu finden, wenn es diese überhaupt gibt. Der Technik ist daher ein eigenes Kapitel gewidmet, daher werde ich hier auch nur kurz darauf eingehen und eher an der Oberfläche kratzen.

 

Da auf der Technik im Grunde alles aufbaut ist es von entscheidender Bedeutung, ihr einen nicht unbeträchtlichen Teil seiner Gedanken zu widmen.  Vor allem zum Thema Webseite gibt es inzwischen hunderttausende Meinungen, welches System und welche Tools denn jetzt hier vonnöten sind. Letzten Endes jedoch ist es die Entscheidung des Betreibers, welches System er hier nutzt, denn schließlich sollte man hier auch die Wahl auf das beschränken, was man selber vielleicht schon beherrscht. Die Wahl, gerade des Seitensystems, kann später von entscheidender Bedeutung werden. Insbesondere im Hinblick auf spätere Erweiterungen. Man denke mal daran, dass man sich eine kleine Seite gebaut hat, der Stream geht und alles andere läuft. Plötzlich strömen die Besucher und Hörer nur so rein und jetzt gilt es, ein Forum und einen Chat zu implementieren. Da man vorher nicht daran gedacht hat, geht die wilde Sucherei los, es wird irgendwas genommen und schon ist die Unzufriedenheit, insbesondere bei den Hörern und Besuchern groß. Daher gilt:

 

Vorher abwägen. Was will ich und was brauche ich später ggf. noch? Auf diesen Fragen basierend sollte man sein System und auch seinen Streamanbieter wählen. Denn auch hier gibt es gravierende Unterschiede, wie wir im Kapitel "Technik" noch lesen werden.


Die Kosten

Das ein Internetradio Geld kostet, davon brauche ich an dieser Stelle nicht zu reden. Alle weiteren Informationen, die auch tiefer in die Materie "Kosten" einsteigen, erfahrt ihr im gleichnamigen Kapitel.
Ihr könnt jedoch bereits bei der Erstellung des Konzeptes darauf achten, dass eure Kosten nicht zu sehr durch die Decke "schießen". Kleine Brötchen backen nennt man das und je kleiner ihr anfangt, desto überschaubarer bleiben auch die entstehenden Kosten. Je besser das Konzept ist und je mehr ihr dieses durchdacht habt, desto besser könnt ihr später auch eure Kosten kalkulieren und desto einfach fällt es euch auch, geeignete Partner und Sponsoren zu finden.

 

Weitere Informationen zum Thema Kosten und zum Thema Sponsoring findet ihr in den entsprechenden Kapiteln.


Moderatoren

Das Herz jedes Radios ist natürlich der Stream und die entsprechenden Sendungen. Kein Radio wird auf die Dauer wirklich bestehen können ohne den Ein oder Anderen Moderator. Nun ist es ja leider so, dass diese nicht auf den Bäumen wachsen und die meisten wirklich guten Internetradiomoderatoren bereits unter sind. Viele haben sich in den heutigen Tagen auch gänzlich zurück gezogen aus den Livesendungen und produzieren nur noch so genannte "Konserven". Wobei beides nicht tragisch sein muss. Eine gute Konserve ist allemal besser als ein schlechter Moderator, der die Hörer vergrault. Je nach Konzept des Radios kann es sogar von Vorteil sein, möglichst wenige Moderatoren einzubeziehen und das Team sehr klein zu halten. Ein guter Stream und gut platzierte Sendungen können auch ein großartiges Konzept sein. Es muss nicht zwangsläufig 24/7 (also rund um die Uhr) live gesendet werden und ehrlich: Das kriegen heute nicht einmal die großen UKW-, geschweige denn Internetradiostationen hin.


Weitere Informationen zum Thema Moderatoren, Bewerbungen und Teamführung findet ihr im gleichnamigen Kapitel.


Interaktivität

Auch bei diesem Thema ist das Konzept entscheident, respektive die spätere Ausrichtung des Senders. Was möchte ich? Soll es ein Sender werden, der 24/7 gute Musik spielt, aber nur 3-4 moderiere Sendungen die Woche hat? In diesem Fall ist eine Community und damit eine aktive Einbindung der Hörer weniger wünschenswert. Im Laufe der Jahre hat sich gezeigt, dass die meisten Menschen inzwischen zu faul oder schlicht müde sind, sich auf der hundertsten Seite anmelden zu müssen, nur um Inhalte zu sehen. Ein NoGo also. Für ein Forum ohne nennenswerte Inhalte melde ich mich ebenfalls nicht an und für einen Chat, in dem ich alleine den Smilies beim blinken zuschaue ebenso nicht. Die Frage ist also, wenn Interaktivität welche und wie viel? Eine erste, gut dosierte Interaktivität wäre zum Beispiel, den Hörern die Möglichkeit zu geben, mit dem Moderator mittels Messanger in Kontakt zu kommen. Ein Chat und ein Forum braucht man zunächst nicht. Schließlich hat der Moderator während der Sendung genug zu tun. Ich muss an dieser Stelle immer an die hinduistische Göttin Wischnu denken, der man vier Arme zuschreibt. Mit diesen könnte mal wunderbar bei manchen Radios als Moderator arbeiten, die neben Chat, 3-4 Messangern und einem Hörertelefon auch noch ein Forum, die diversen Netzwerke wie Facebook und WKW und dann noch eine Wunschbox nutzen. Mal ehrlich: Welcher Moderator fühlt sich da noch wohl? Das ist beinnahe wie in einem Überwachungsstaat, um es mal zu überspitzen.


Aber genug der Witze. Die Frage nach der Interaktivität ist wichtig, vor allem vor dem  Hintergrund des Konzeptes. Eine direkte Höreransprache ist persönlicher, aber man sollte sich auch Gedanken machen, wie weit man dies treibt. Ein späteres Abschalten eines Chats könnte viele Hörer vergraulen. Also dann vielleicht am Anfang doch mal lieber keinen und schauen, wie es läuft. Der Moderator wird es dem Inhaber bei 200 Leuten im Chat danken!


Werbung

Zum Thema Werbung möchte ich an dieser Stelle nicht viele Worte verlieren und dem entsprechenden Kapitel nicht vorgreifen, in welchem das Thema ausführlich behandelt wird. Wichtig ist an dieser Stelle auf jeden Fall, dass die Werbung ein Teil des Konzeptes und umgekehrt ist. Ein gutes Konzept ist nach außen eine sehr gute Werbung und gute Werbung kann dem Konzept recht geben und es mit Leben füllen. Das Werbung natürlich auch Geld kosten kann, aber nicht muss, sollte gleich  zu Beginn in die Überlegungen mit einfließen. Was ist man bereit auszugeben und wie viel Zeit möchte man selber in das Projekt investieren?


Mehr zum Thema Werbung und Marketing erfahrt ihr im entsprechenden Kapitel.


Konzept

Jetzt könnte man sich die Frage stellen, warum denn an dieser Stelle der Punkt Konzept noch einmal aufgegriffen wird. Danke für diese Frage, sie wird gleich beantwortet. Das ihr aber auch immer so ungeduldig sein müsst.

 

Zunächst einmal erwähnte ich ja eingangs, das ein gutes Konzept Werbung sein kann und auch sollte. Mit einem Kozept, dass man in finaler Form in eine Art Präsentation packen kann, könnte man sich bei potenziellen Partnern und Sponsoren vorstellen. Es macht einen sehr guten Eindruck, wenn man in diversen Foren auf der Suche nach Moderatoren ist, diesen das Konzept zu schicken oder oder oder … Es gibt eine Menge guter Gründe für ein gutes Konzept, vor allem das Hauptargument, dass man sich später viel Arbeit und Ärger erspart und nicht in 20, sondern eben nur in eine Richtung läuft und sich damit auch nicht unnütz verrennt.

 

In diesem Sinne …