Der sogenannte "Medienbruch" hindert viele Unternehmen und auch Radios daran, Werbung per Flyer oder Plakat zu machen. Der Medienbruch sorgt dafür, dass Menschen einen Flyer lesen, eine Internetadresse, die darauf beworben wird, zu Hause aber nicht mehr ansurfen. Der fromme Wunsch, dass die Leute den Flyer mit nach Hause nehmen und diesen dann neben dem Rechner platzieren wird vermutlich in den meisten Fällen ein frommer Wunsch bleiben. Zumeist landet er im Papierkorb, unter dem Beifahrersitz oder in anderen dunklen Kanälen, deren Beschreibung ich hier mal vermeiden möchte. Man geht aber davon aus, dass vielleicht 5% der Flyer genau da landen, wo sie landen sollen: Neben dem Rechner. Der User sieht das Stück Papier und geht dann aus Neugier in der Tat auf die Seite.
Ein Flyer setzt also in der Tat auf Masse. Von 10.000 Flyern landen in unserem Beispiel 500 Stück neben dem Rechner. Das sind 500 potenzielle Besucher und auch Hörer. Wenn davon nur 10% einschalten und davon wiederum nur 10% auch langfristig gebunden werden können, haben wir immerhin 5 Hörer langfristig gebunden. Das klingt, für einen Aufwand von 10.000 Flyern sehr wenig, aber bedenkt doch mal, wie viele Hörer ihr so im Schnitt habt. Ein Radio mit 15 Hörern im Schnitt kann 5 neue Stammhörer doch gut gebrauchen, oder?
Ein sehr interessanter "Nebeneffekt" von gedruckter Werbung ist der Mehrfachkontakt. Einen Flyer, der auf einem Tisch liegt, schauen sich vielleicht mehrere Leute an, bevor ihn dann einer mitnimmt. Wenn sich diesen Flyer 10 Leute anschauen und der 11. nimmt ihn mit, wären das noch einmal 10 potenzielle Nutzer. Es gibt Leute die sitzen in der Tat vor ihren Rechnern und wissen gerade nicht genau, was sie tun sollen und dann fällt ihnen ein, dass sie doch neulich mal was gesehen haben ...
Jetzt kommen wir noch einmal auf das zurück, was ich drei Kapitel vorher unter "Der Stein im Wasser" gesagt habe. 10.000 Flyer zu verteilen ist jetzt nicht eben einfach. Das bedeutet eine Menge Laufarbeit, ist aber auf der anderen Seite gut für die Gesundheit. Abgesehen davon sind wir auch schon beim Thema: Wo und wie verteilen wir die 10.000 Flyer denn?
Meine Antwort darauf ist die Folgende:
Bei euch. Dort, wo das Radio zu Hause ist. Idealerweise habt ihr in eurer Heimat bereits eine gewisse Bekanntheit. Packt euer Gesicht, euren Namen zusammen mit dem Namen des Radios und der Adresse auf einen gut gemachten Flyer und verteilt eben diese eigenhändig dort, wo ihr und euer Radio zu Hause ist. Die Menschen sehen ein Gesicht und verbinden das viel eher mit einer Sache, als wenn ihr jedem Moderator 1.000 Flyer gebt und diese verteilen lasst. Denkt an den Stein im Wasser! Bewerbt euer Radio doch erst einmal lokal. Das ist wie im Geschäftsleben. Wenn dort ein Neugeschäft aufgebaut wird, dann doch zuerst lokal, dann national und schließlich und endlich sogar international. Kontinuierliches Wachstum könnte man das nennen und genau so solltet ihr auch die Werbung gestalten.
Das Gleiche gilt im Übrigen auch für alle anderen Formen der gedruckten Werbung. Plakate oder auch Anzeigen in Zeitungen zuerst lokal. Verbindet euer Projekt mit eurem Namen und eurem Gesicht. Wenn ihr die Flyer verteilt, habt ihr zudem noch einen ganz entscheidenden Vorteil: Ihr könnt Fragen unmittelbar begegnen. Menschen auf der Straße werden euch fragen, vielleicht trefft ihr dort auch den Ein oder Anderen potenziellen Partner, der euer Projekt Sponsoren, oder in eurem Radio werben möchte. Verteilt die Flyer und Plakate doch nicht einfach in Geschäften, Lokalen und anderen Geschäften, sondern sprecht mal mit den Inhabern. Das sind letzten Endes auch nur Menschen und Geschäftsleute wie ihr auch. Begegnet ihnen doch auch genau so.
Abschließend noch ein paar kleine Tipps was die Flyer und Plakate und auch Anzeigen angeht:
Weniger ist hier oft mehr. Teil des Radiokonzeptes sollte eine klare Farb- und Formgebung sein. Dazu mehr im Kapitel "Das Konzept". Wichtig ist, dass der Leser nicht von einer Flut von Eindrücken überrollt wird. Der Name des Radios, die Internetseite, gepaart mit einer sauberen und ordentlichen Aufmachung lockt viel mehr als etwas Quietschbuntes mit 1.000 Sätzen überladen. Der Name und das Gesicht des Radiomachers, vielleicht auch das Gesicht eines bekannten Moderators, Unterstützers oder vielleicht Sponsors des Radios kann dem Eindruck einen zusätzlichen Schub geben.
Anbieter wie etwa Logiprint, Print24 oder auch Flyerpilot bieten bereits sehr günstig Drucke an. Hier besteht oft die Möglichkeit, die Flyer selber noch einmal günstiger zu bekommen, wenn man die Werbung der Drucker zulässt. Eine Möglichkeit im Übrigen, von dem auch Unternehmen Gebrauch machen. Sucht euch doch bereits im Vorfeld Sponsoren oder Unternehmen, die ebenfalls Werbung machen möchten und druckt gemeinsam Flyer. Diese werden durch große Stückzahlen deutlich günstiger.
Eine weitere Möglichkeit der Werbung, die ebenfalls in die klassische ATL Werbung gehört ist die Produktion von sogenannten "Give-Aways". Darunter versteht man in der Werbung zum Beispiel Tassen, T-Shirts, Kugelschreiber und so weiter. Heutzutage kann man ja nahezu alles bedrucken. Diese Form der Werbung kostet natürlich Geld, das schon mal vorab, aber sie bietet auch eine gute Möglichkeit, neue Hörer zu requirieren, Stammhörer zu binden und auch Moderatoren und Mitarbeiter zu "belohnen". Mit einer Tasse oder einen Shirt kann man hier und da als Geburtstagsgeschenk punkten. Es ist etwas bleibendes und stellt euch mal einen Arbeiter in einem großen Unternehmen im Sommer vor, der mit einem Shirt auf dem euer Radio beworben wird durch die Gegend rennt. Oder der Bürohengst, der jeden Morgen an der gut besuchten Kaffeemaschine seine Radiotasse auspackt. Wenn das keine Werbung ist?! Gerade die Tassen sind in meinen Augen interessant, denn der allseits bekannte Tassenneid kann schnell zu einem Multiplikator für die Bekanntheit eures Radios werden.