Die Kosten eines Radios können schnell explodieren, wenn man sich nicht im Vorfeld bereits Gedanken darum macht, was man möchte. Ein Videostream, oder einen zweiten, vielleicht sogar dritten Stream braucht kein Radio bereits zu Beginn. Am Anfang sollte man sich über die Kosten und auch deren Deckung im Klaren sein. Eine kleine Beispielrechnung für ein Radio mit 20-50 Hörern verdeutlicht sehr schnell, was ich meine:
| GEMA | 32,10 | |
| GVL | 100,00 | Monatlich, auf Basis von etwa 15-20 Hörern durchschnittlich (genaue Berechnung siehe bitte Abschnitt GEMA/GVL) |
| Streamserver | 35,00 | |
| Strombedarf | 20,00 | |
| DSL Aufpreis | 20,00 | |
| Webseite | 15,00 | |
| Gesamt | 222,10 | Nicht in den Kosten aufgelistet sind Sonderzahlungen wie etwa Werbung, Artikel wie T-Shirts und andere.
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Die Gema bezahlen wir monatlich, die GVL alle drei Monate. Beim Streamserver kann man anfangs noch einiges sparen, in dem man einen Anbieter nimmt, der bereits viele Features bietet und somit einiges an Arbeit abnimmt. Sobald man aber ein größeres Radio anpeilt, oder das Radio eben wächst ist es ratsam, einen eigenen Server zu mieten oder gar zu kaufen. Die Kosten können dann schnell bei über 80 Euro im Monat liegen. Einige gute Anbieter für Streamserver habe ich euch weiter unten aufgelistet.
Viele vergessen bei der Berechnung der monatlichen Kosten für ein Radio Dinge wie den Mehrbedarf an Strom. Diesen hat man dadurch, dass man seinen Rechner hier und da schon mal laufen lässt, um dem Hörer einen abwechslungsreichen Stream zu bieten. Zwar bieten die Streamanbieter häufig eine Automation an, doch ist diese vom Speicher her begrenzt. Ihr könnt also nur wenige Songs hoch laden, die, in immer gleicher Rotation, schnell langweilig für eure Hörer werden können. Dieses Problem habt ihr freilich nicht, wenn ihr einen eigenen Server mietet oder kauft. Hier könnt ihr beinnahe unbegrenzt Songs hoch laden und damit eine sehr abwechslungsreiche, sogar gesteuerte Playliste bauen. Doch das ist am Anfang für ein Radio nur Zukunftsmusik.
Ebenfalls wichtig ist der DSL Aufpreis. Warum einen solchen zahlen werden einige fragen. Die Antwort ist recht einfach. Es gab bereits Fälle, in welchem der DSL-Anbieter einem Kunden gekündigt hat, weil der Traffic, selbst bei Flatrate (oder gerade bei diesen) zu hoch war. Daher lieber im Vorfeld mal bei seinem Anbieter anrufen und nachfragen, ob das für diese in Ordnung ist. Besser noch: Eine eMail oder einen Brief schreiben und den Anbieter darauf hinweisen, dass man ein Internetradio betreiben möchte und es daher zu höherem Traffic kommen kann. Etwas Schriftliches in der Hand zu haben ist im Nachhinein immer besser! Die Wahrscheinlichkeit, überhaupt nichts von seinem Anbieter zu hören ist hier auch sehr hoch, so dass man sich gegebenenfalls darauf berufen kann, dem Anbieter das angemeldet zu haben.
Ein ganz entscheidender Punkt bei der Berechnung ist auch die Webseite. Auf diese möchte ich an dieser Stelle noch einmal zu sprechen kommen. Genauer werden wir dann in der entsprechenden Rubrik "die Webseite". Es ist nicht damit getan, in wenigen Stunden eine Webseite zu bauen und zu denken, damit wars das. Eine Seite lebt, muss ständig erneuert werden und hier liegt ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Alleine der Aufbau einer ordentlichen Seite kann schnell in die tausende Euro gehen. Es muss abgewogen werden, was man möchte, wie man es möchte und ob man es selber umsetzen kann. Joomla und php-Fusion sind zwei Möglichkeiten, eine Seite kostengünstig zu gestalten. Wenn man diese Programme nutzt, dann sollte man jedoch wissen was man tut. Dazu aber später mehr. Die Entscheidung, wie man eine Seite aufbaut und was man für Erwartungen an diese hat, spielen jedoch eine nicht zu unterschätzende Rolle in der Finanzierung des Radios.
o Pop-Stream; www.pop-stream.de
o Blitz-Stream; www.blitz-stream.de
o Stream-Caster; streamcaster.de
o Plinnox; www.plinnox.de
Weitere, entscheidende Fragen, ob wir nun einen Stream auf Basis eines Linux- oder eines Windowsservers nehmen, oder wie man einen Stream aufbauen kann, werden wir an anderer Stelle noch ein wenig genauer beleuchten.
Ganz entscheidend für den anfänglichen Erfolg eines Radios ist es, den richtigen Anbieter zu wählen. Es ist sehr ärgerlich, wenn man eine Seite, einen Anbieter und auch alles andere bedacht hat, aber genau hier zu wenig nachdenkt. Stellt euch vor, ihr startet ein Radio und wechselt gleich zu Beginn zwei oder gar dreimal den Anbieter. Ihr müsst dem Hörer immer wieder eine neue Adresse geben und irgendwann schaltet dieser auch ab. Daher:
Sorgfalt walten lassen. Lieber dreimal nachfragen. Ruft auch mal beim Anbieter an. Schaut, ob dort persönlich jemand vor Ort ist, stellt Fragen und vor allem: Vergleicht die Angebote.