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Das eigene Radio - Ein Überblick

Index


Vorwort

Hallo lieber Leser,

wer kennt das nicht? Man sendet in einem Radio, aber irgendwie kommt man nicht weiter. Man sendet, bringt Ideen ein, aber so wirklich scheint der Macher, oder die Macher des Radios nicht das zu wollen, was man selber gerne möchte. Die Ideen und Neuerungen gehen, so meint man selbst, in eine völlig andere Richtung und überhaupt. Dies und das könnte ich sicher selber besser machen und wie sie die Moderatoren da immer behandeln ...

 

Ich selber habe das mehrfach erlebt und ich bekomme es auch immer wieder in Gesprächen mit Moderatoren und Radioinhabern mit. An dieser Stelle möchte ich euch meine Erlebnisse und Erfahrungen berichten. Gespickt mit einigen Tipps und Tricks könnten diese euch helfen, Fehler die ich und andere machten, nicht zu begehen. Ihr braucht als Moderator und Sendeleiter keine Angst zu haben, denn Fehler machen wir alle und auch die "Großen" haben Fehler gemacht. Der Unterschied zu vielen anderen aber ist, dass diese aus ihren Fehlern gelernt haben. Auch das ein Grund, warum die "Großen" heute eben so groß sind.

 

Vielleicht noch eines vorweg: Das was ihr hier zu lesen bekommt, ist nicht mal ansatzweise die Hälfte dessen, was ich zu diesem Thema geschrieben habe. Es ist vielmehr ein Überblick und ein Einblick in die Thematik und ich werde diese Seite hier zu gegebener Zeit erweitern und ergänzen. Es lohnt sich also durchaus, hier und da reinzuschauen.

 

Natürlich stehe ich euch allen auch weiterhin beratend und helfend zur Seite. Denkt immer daran, dass nur der weiterkommt, der auch Mut zur Veränderung aufbringt.

 

Herzlichst

Euer Michael


Der erste Gedanke

"Ich habe eine Idee, ich möchte ein eigenes Radio!"
"So wie er das gemacht hat ist das nix, dass muss man anders machen. Ich öffne mein eigenes Radio!"

 

"Die Idee dazu hab ich am 15.12.09 und Sendestart muss der 01.01.10 sein. Ist auch ein tolles Datum. Große Eröffnung, 24 Stunden Sendung, alles soll anders werden. Mal schauen, also php-Fusion, Seite ist schnell aufgesetzt. Sendeplan muss drauf, Teamseite, ich bin nicht im Team sondern Sendeleiter und Betreiber. Beides muss getrennt werden. Mmmh. Ja genau, ich brauch ja noch so was wie einen Namen. Fällt mir sicher beim arbeiten heut noch ein. Hörer und Modis. Ich frag mal meinen Bruder, der wollte mal so was machen. Meine Frau muss auch mitmachen, zumindest für den Anfang. Wie krieg ich denn eigentlich die Musik auf den Stream und muss ich meinen Rechner jetzt laufen lassen. Ach, ich frach mal in irgendeinem Forum nach. Krieg ich schon hin. Ach die Seite ... ja, die muss ich auch noch fertig machen, mach ich nach dem Abwasch ..."

 

Vielleicht hat sich der Ein oder Andere hier wieder gefunden. Nicht ganz ernst gemeint kennen sicher 90% aller Webradiobetreiber genau diese Gedanken. Was aber wirklich zu tun ist und was zu beachten ist, weiß kaum einer. Sinn und Zweck meines Postings ist es, genau für diese Leute eine Hilfestellung zu geben. Wer Hilfe braucht, der soll sie auch finden und bekommen.

 

Gleich zu Anfang ein Wort an den potenziellen neuen Sendeleiter/Chef/Betreiber:
Ein Vorgesetzter zu sein heißt nicht einfach nur Chef zu sein. Nicht umsonst haben Teamleiter, Vorgesetzte und Manager lange studiert oder viele Weiterbildungen gemacht, um das zu sein was sie sind. Man kann nicht von heute auf morgen einfach "Chef" werden. Aus einem Eis wird auch kein Schnitzel und aus einem Bauarbeiter nicht von heute auf morgen ein Manager.
Um ein Team von Menschen zu führen die man nicht kennt, von denen man meist nicht viel mehr weiß als den Namen, ist mehr nötig als nur mal eben zu sagen: "Ich Chef, du nix!" Durchsetzungsvermögen gehört genauso dazu wie Psychologie, Einfühlungsvermögen und Verständnis. Viele der Moderatoren machen das als "Hobby" und erhalten kein Gehalt. Also brauchen sie entsprechend Aufmerksamkeit. Keiner der Moderatoren ist bereit, seine Zeit und Kraft in etwas zu stecken, von dem er nicht überzeugt ist. Euer Radio kann noch so gut sein, wenn ihr euch nicht um die Menschen kümmert, wenn ihr nicht die Seele jedes einzelnen Moderators jeden Tag aufs neue streichelt, dann ist das Team zum scheitern verurteilt.
Noch mal: Keiner eurer Moderatoren bekommt von euch Geld. Also müsst ihr ihm was anderes bieten. Freundlichkeit im Team, hilfsbereite Kollegen, ein "verrücktes" Team und wasweisichnoch reicht nicht aus, um einen Moderator zum Bleiben zu bewegen.

 

Fangen wir mal an und ordnen die Gedanken ein wenig:

 

Wir wollen ein Radio aufmachen. Was sollten wir uns vorher überlegen?

Wen möchte ich mit meiner Musik und Moderation erreichen, welche Hörer ansprechen?

Hintergedanken ist es, ein Konzept für das Radio zu entwickeln. Wer sich im Klaren darüber ist, wen er ansprechen möchte, weiß auch, welche Musik er braucht, welche Moderatoren er benötigt und wie vielleicht die Seite aussehen soll. Aus diesen Gedanken entwickelt sich automatisch ein Konzept für das Radio und keine Angst: Es kann durchaus auch mal sein, dass man das Konzept wieder verwirft oder komplett ändert.
Wenn ihr genau wisst, was ihr möchtet, dann schaut euch mal um. Gibt es schon einen oder sogar mehrere Radios, die euer Konzept erfolgreich umsetzen? Wenn ja, dann redet doch mal mit dem dortigen Betreiber. Vielleicht braucht ihr euch den Streß eines eigenen Radios gar nicht zu geben, sondern schließt euch mit euren Ideen einfach einem bestehenden Radio an. Kein Radiobetreiber ist ein Arsch, das sind Kollegen. Ich sage das in der Deutlichkeit, weil ich genau das Anfangs auch dachte. Aber wir reden hier von Menschen die Radios betreiben. Alle haben mal klein angefangen und bei der Masse an Hörern machen wir uns kaum Konkurrenz, weil jeder andere Menschen anspricht. Ein "abwerben" von Hörern ist eigentlich unmöglich. Wir leben in einem freien Land und jeder Hörer hat das Recht zu hören, was und wo er möchte und vor allem das, was ihn interessiert. Vielleicht hört er gerne eine 80er Sendung bei einem anderen Sender, die 90er Sendung aber dann lieber bei euch. Macht euch mal Gedanken, warum das so ist, versucht, den Hörer zu verstehen!

 

Ihr könnt es besser oder es gibt noch kein Radio, das eurem Konzept nahe kommt (weiterführende Informationen zum Thema Konzept findet ihr hier)?
Gut, weiter.


Rechtliches

Ein Wort vorab: Ich bin kein Anwalt und diese Hilfen und Tipps können und SOLLEN keine Rechtshilfe ersetzen. Bevor ihr ein Radio eröffnet könnt ihr euch diese Ratschläge durchlesen, solltet aber bei Unsicherheiten dringend einen Anwalt konsultieren, der euch rechtsverbindliche Auskünfte erteilen kann! Ein Anwalt kostet natürlich Geld, aber es ist allemal günstiger als der Ärger der bei einem Rechtsbruch entstehen kann!

 

Ihr werdet leider nicht darum herum kommen. Musik ist teuer und kann nicht einfach wahllos verbreitet werden. Euer Sender benötigt eine Legalisierung, eine Lizenz zum Senden sozusagen. Zum Stichtag, also dem Tag, an dem ihr mit dem Senden beginnt, muss das Radio angemeldet sein unter

www.gema.de
www.gvl.de

Es gibt immer wieder heiße Diskussion zum Thema Jugendschutz und Recht. Nicht alles was es an Musik gibt, darf auch gesendet werden und nicht alles was ein Moderator gerade denkt, darf er auch gleich über den Stream bringen. Natürlich könnt ihr nicht immer darauf achten was der Moderator gerade sendet, aber in erster Linie ist es euer Sender und ihr seit für diesen verantwortlich. Recht oder nicht Recht, es ist euer Sender. Wenn jemand auf eurem Sender im wahrsten Sinne des Wortes Mist baut, fällt es zuerst auf euch zurück.

 

Wer sich überhaupt nicht sicher ist was er wann und wie senden darf, wer keine Ahnung hat vom Jugendschutz und Medienrecht, der sollte sich auf jeden Fall vorher entsprechende Rechtsberatung einholen. Nichts ist Schlimmer als einfach mal loszulegen und nachher fest zu stellen, dass die eingeplanten Gelder in die Taschen von Abmahnanwälten wandern.


Money, Money...

Ist ein Song von Billy Idol und ... eine wichtige Stütze deines neuen Senders. Rechne als erstes mal damit, dass du im Monat Kosten von mehr als 100 Euro haben wirst. Wenn dich das nicht abschreckt, dann lies weiter.
Ausgaben kommen von selber. Sowohl die GEMA als auch die GVL möchten ihren Teil, ihr müsst eure Plattensammlung erweitern und dafür sorgen, dass eure eigene Technik nicht zu kurz kommt.

 

Welche Kosten hier auf euch zukommen, habe ich euch einmal in einer Art Business Plan zusammen gestellt. Diesen könnt ihr euch hier herunterladen. Auf Wunsch kann ich auch bei einer Finanzierungsrechnung behilflich sein.

 

Ihr solltet euch auf Basis euer Überlegungen im Klaren sein, was ihr wollt. Wenn ihr das wisst, schätzt REALISTISCH ab, wie viele Hörer ihr erreichen möchtet und welche technischen Vorraussetzungen ihr schaffen müsst. Setzt euch ein Ziel und geht in kleinen Schritten dorthin. Es bringt nichts, gleich von allem das Beste zu wollen. Entwickelt euch lieber. Nehmt einen kleinen Server und freut euch, wenn dieser voll ist. Warum mit Cam senden, habt ihr ein Radio oder einen Fernsehsender? Jede Entscheidung die ihr trefft kann Kosten verursachen, daher lieber kleine und sinnvolle Schritte.


Die Finanzierung des eigenen Radios. Weiterführende Hilfen und Tipps.


Die Technik

Neben der Webseite braucht ihr einen Server, der die Musik von eurem (oder dem Rechner der Kollegen) zum Hörer bringt. Es gibt diverse Anbieter, so dass an der Stelle keine konkreten Tipps gegeben werden sollten. Die Grundtechnik ist jedoch immer die Gleiche:
Der Serverplatz wird euch vom Anbieter zur Verfügung gestellt. Ihr erhaltet Zugangsdaten für euer Sendeprogramm und in den meisten Fällen auch Speicherplatz auf dem Server, um einen Automationsstream zu erstellen. Viele tolle Tipps und Tricks, auch zu Servern, deren Technik, zu Automationen und Sendeprogrammen erhaltet ihr im Übrigen in den Moderatoren-Foren. Hier findet ihr auch eine Menge Gleichgesinnter, die euch bei der Ein oder Anderen Frage noch helfen können.

 

Wer jetzt noch nicht genug hat und wem nun der Kopf noch nicht raucht, der kann weiterlesen. Wir werden konkreter:


Die Webseite

Die Webseite ist die Visitenkarte eures Senders. Ihr solltet euch im Klaren sein, dass jeder Mensch, der über eine Internetzugang verfügt, theoretisch eure Seite sehen kann. Ist zwar utopisch, aber theoretisch möglich. Das Wichtigste aber ist:

Jeder potenzielle Moderator sieht ZUERST die Seite. Der erste Eindruck wird dem potenziellen, neuen Kollegen deines Radios über die Webseite gegeben. Stimmt der schon nicht, dann verliert ihr den Moderator, bevor er sich beworben hat. Geschmäcker sind verschieden, aber es reicht inziwschen nicht mehr, einfach eine bunte Seite zu haben mit vielen Links. Potenzielle Moderatoren kennen inzwischen viele Radioseiten und 80% aller Seiten gleichen sich. Schaut euch einfach mal um und zwar sowohl bei Radios, die schon lange dabei sind, als auch bei Radios, die erst kürzlich entstanden. Der Unterschied ist meist sofort erkennbar. Orientiert euch an dem was es gibt. Man muss das Rad nicht neu erfinden, aber man kann etwas erfolgreiches nehmen und ihm seine persönliche Note geben, so dass etwas neues entsteht, dass vielleicht sogar neue Maßstäbe setzt. Eine Übersicht über viele Radios, geordnet nach Kategorien, findet ihr hier: http://www.moderatoren-foren.de

 

Viele Dinge sind sicher Geschmacksache aber bedenkt gerade bei der Webseite, dass weniger meist mehr ist und ein einmal abgeschreckter Hörer/Moderator tendenziell eher nicht mehr wiederkommt. Dafür gibt es inzwischen einfach zu viele Radios wo man schneller zu dem kommt was man möchte. Warum also noch mal bei euch reinschauen? Wenn ihr das beherzigt und nicht gleich mit einer lieblosen Seite online geht, wenn ihr das Interesse des Besuchers weckt weiter zu klicken, dann habt ihr schon einen ersten Sieg errungen. Fragt euch lieber einmal zuviel, als einmal zu wenig, ob die Seite wirklich interessant genug ist, online zu gehen. Kleiner Gedanke am Rand: Wie wäre es mit einer weißen Seite, als Überschrift den Namen des Radios und unten drunter die Links der Player? Jetzt habt ihr schon mal alles, was ein Radio braucht.

 

Kleiner, aber nicht unwesentlicher Tipp am Rande: Nichts ist Schlimmer als solch einen Satz zu lesen:
"Wilkomen auf unser Seide. Wir sint das neuste und beste Radio wo gibt"

 

Bescheidenheit und eine ordentliche Schreibweise. Zwei Dinge, die euch umgehend von der Hälfte aller anderen Radios unterscheidet.

 

Die Frage die sich an dieser Stelle natürlich auch stellt ist, ob man die Seite selber machen sollte oder nicht. Zu beantworten ist das nicht ganz einfach. Jeder hat seine ganz eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten. Der Eine ist eher der Analytiker, ein Anderer wiederrum kann blind HTML schreiben und ein wiederrum Anderer ist in der Lage, 3 Stunden ohne Vorbereitung zu moderieren. Es ist wichtig, seine eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen. Prinzipiell würde ich sagen, dass lieber etwas gut gemacht worden ist, als selber schlecht gemacht. Auf Deutsch: Wenn ihr von Webseiten keine oder nur wenig Ahnung habt, lasst es lieber jemand anderen machen der sich damit auskennt.

 

Hier findet ihr noch mehr Informationen und Tipps zum Thema Webseite.


Moderatoren, Team und Führung

Tragen wir mal das neue Radio in 100 Votinglisten ein, melden uns mal eben bei 2 Foren an und posten da was und gut. Schon kriege ich Moderatoren.

 

Wenn ihr wirklich die ersten Ratschläge bezüglich des Konzeptes, der Technik und auch der Seite beachtet habt und etwas auf die Beine gestellt habt, das euch von anderen Radios unterscheidet, dann könnte die Taktik funktionieren.

 

Vielleicht seit ihr selber Moderator, der auch schon mal auf der Suche nach einem neuen Sender war?! Was hat euch am meisten genervt und was hat euch vielleicht dazu bewogen, über eine Bewerbung nach zu denken?

 

Dann macht es doch so, dass es auch euch ansprechen würde und macht es dann noch ein kleines Stück besser. Lasst die Sachen weg, die euch auch nerven würden. Moderatoren, vor allem Gute, fallen nicht vom Himmel. Mit einem "verrückten Team", mit Hilfsbereitschaft und kostenlosem Senden könnt ihr keinen mehr hinter dem Ofen hervor locken. Viele sind bereit, ein paar Euro für ihr Hobby zu investieren und sie tun das in Form von neuen Platten und neuem Equipment. Moderatoren möchten auch als solche bezeichnet werden, sie sind weder DJ's, noch DJanes und schon gar keine Modis. Redet mit den Menschen genau so, wie ihr möchtet das man mit euch redet. Bietet keine Dinge, die ihr nicht halten könnt und versucht nicht, bei anderen Radio Moderatoren abzuwerben. Eine Abwerbung funktioniert nur dann, wenn ein Moderator ohnehin schon innerlich gekündigt hat und sorgt in der Regel nur für Ärger. Schafft euch lieber ein Netzwerk, redet mit anderen Betreibern, diskutiert in den einschlägigen Foren mit und macht euch einen Namen. Das ist allemal besser als hundert Anzeigen.

 

Und keine Angst. Die meisten Moderatoren wissen auch, dass sie bei einem neuen, aber erfolgversprechenden Sender nicht mit hunderten Hörern rechnen können. Wenn sich ein Moderator für euren Sender entscheidet, dann treiben ihn andere Gründe. Klärt das ab und redet mit dem Moderator. Helft ihm vielleicht, unterstützt ihn beim Erreichen seiner ganz eigenen Ziele. Das Stichwort an dieser Stelle ist: Personality.

 

Weiterführende Hilfen und tiefergehende Tipps zu den angeschnittenen Themen erhaltet ihr hier.


Werbung und PR

Ein Radio ohne Hörer ist so was wie eine Suppe ohne Salz. Wenn ihr 24 Stunden auf Sendung seit und nur einen Hörer habt, oder vielleicht gar keine, wird sich früher oder später Frust breit machen. Ist menschlich und verständlich. Wie aber Werbung machen, woher bekomme ich meine Hörer?
Die meisten Radios setzen auf Werbung in Foren und Communitys, was auch sicher kein falscher Ansatz ist. Werbung in Form von Bannern ist sicher auch nicht verkehrt. Die großen Radios dieser Szene sind schon sehr lange am Markt und bieten seit Monaten und Jahren ein kontinuierlich gutes Programm. Hunderte Hörer kommen nicht von heute auf morgen und auch eine tolle Seite, gute Moderatoren und ein super Programm sind keine Garantie für viele Hörer. Auch wenn man in zig Communities angebunden ist, kann der Ansturm ausbleiben. Das liegt schlicht und ergreifend an dem vorhandenen Überangebot. Bei den guten Radios wissen die Hörer was sie bekommen und das sie es auch kontinuierlich bekommen. Das muss ein neues Radio erst einmal beweisen. Es macht also nicht wirklich Sinn, viel Werbung zu machen und jedem zu zeigen, dass man jetzt "da" ist. Hörer kommen nach und nach und die beste Werbung ist die "Mund zu Mund Propaganda". Gute Dinge verbreiten sich im Internet sehr schnell. Gute Videos auf Youtube werden auch nicht beworben. Viral-Marketing nennt sich das.

 

Eine "Grundwerbung" setzen und dann langsam wachsen und dem Hörer zeigen, dass man kontinuierlich für ihn da ist. Das hört sich schwer an und das ist es auch, Radio machen heißt vor allem eines: Ausdauer, Geduld und viel Arbeit. Nichts geht hier von heute auf morgen. Kontinuität und langsames Wachstum, verbunden mit gezielten und sinnvollen Neuerungen sind eine bessere Werbung als jedes Eigenbanner auf Fremdseiten und in Communities.

 

Nicht zu unterschätzen sind an dieser Stelle auf jeden Fall die sogenannten Social Networks. Facebook, WKW und auch die Lokalisten sind gute Möglichkeiten, ein Radio nach Vorne zu bringen. Auch hier ist das Maß wichtig. Zu viel kann eher schaden, oder wollt ihr jeden Tag 20 Mails in eurem Briefkasten, die für irgendwas nervig werben? Gut geschriebene Werbung mit einem sinnvollen "Eyecatcher" ganz oben ist besser als jeder noch so tolle Newsletter und Einladung zu einer Gruppe.

 

Im Übrigen sind gut gemachte Flyer besser als ihr Ruf.

 

Weiterführende Informationen zum Thema Werbung findet ihr hier.


Ein, Zwei Worte zum Schluss

Ja, der Grett ist verrückt. Der schreibt sich hier den Finger wund und redet nur dummes Zeug. Mag alles stimmen. All das hier können auch nur Tipps und Anregungen sein für alle, die ein eigenes Radios aufmachen möchten. Jeden Tag machen Radios auf und ebenso viele schließen auch wieder. Ich habe leider selber erleben müssen, wie schwer es ist als "Chef" ein Radio zu leiten. Der Leidensdruck ist hoch und die Möglichkeiten, Hilfe und Tipps zu bekommen recht bescheiden. Das allerwichtigste ist aber, sich ein Netzwerk auf zu bauen und dafür zu sorgen, dass man Hilfe bekommmt. Von selber wird sich keiner als Helfer anbieten.

 

Die grobe Kelle hat noch keinem was gebracht. Steckt euer Geld lieber in ein Hobby wie Briefmarken sammeln wenn ihr euch nicht hundert prozentig sicher seit, dass ihr mit dem Eröffnen eines eigenen Radios eine hohe Verantwortung eingeht. Verantwortung gegenüber euren Moderatoren und vor allem gegenüber den Hörern. Was auch immer ihr über den Stream sendet, wird öffentlich, eure Musik und vor allem eure Meinung. Das gesprochene Wort hat eine unglaubliche Macht und Anziehungskraft, es kann helfen, Meinungen zu bilden und es kann verletzten. Dessen sollte man sich bewusst sein.

 

To be continued ...