Eigentlich heißt er ja William Michael Albert Broad, aber Musiker die etwas auf sich halten und irgendwann zu großem Ruhm gelangen, geben sich natürlich auch einen Künstlernamen. Und mal ehrlich: Auf welchem Cover sieht ein solcher Name schon gut aus, vom Platzmangel wollen wir mal gar nicht reden.
William wurde 1955 in London geboren und feierte vor allem in den 80er Jahren mit Hits wie "Dancing With Myself", "Mony Mony" und "White Wedding" große Erfolge. Das ihm diese nicht in die Wiege gelegt wurden, zeigt eigentlich schon sein Künstlername. In der Schule rief man ihn häufig "idle", was so viel heißt wie träge oder langsam. Zusammen mit der Koseform seines Vornamens entstand dann später sein bekannter Künstlername Billy Idol.
Ganz bürgerlich ging es in den ersten Jahren zu. Billy studierte Philosophie, brach aber das Studium vorzeitig ab und ging dann, ganz unbürgerlich, als Musiker in die Punkszene, wo er zusammen mit Mick Jones, Bryan James und Tony James die Band "Chelsea" gründete. Diese verließ er aber sehr bald wieder und schlug dann mit "Generation X" eigene Wege ein, die er bis Ende der siebziger Jahre weiter verfolgte. Insgesamt veröffentlichte er mit dieser Band drei Alben und einige Singles, die recht erfolgreich waren.
1981 löste sich die Band "Generation X" auf und Billy ging in die USA. Dort wandelte er sich recht schnell vom Punker zum Pop-Rocker. Lederhose, blondierte Stachelfrisur und geballte Faust. Markenzeichen, die man noch heute von ihm kennt, entstanden in diesen Jahren. Zusammen mit diesen Markenzeichen und mit Hilfe des einflussreichen Kiss-Managers Bill Aucoin veröffentlichte er seine ersten, sehr erfolgreichen Alben "Billy Idol", "Rebel Yell" und "Whiplash Smile". Der "New Musical Express", eine einflussreiche britische Musikzeitschrift nannte Idol in diesen Jahren einmal "den wasserstoffgebleichten Alptraum eines Rockers". Sicher nicht zu Unrecht, wurde Idol doch mit seinem Stil zur Ikone einer ganzen Generation.
Die Pläne gegen Ende des der 80er Jahre sahen eigentlich die Veröffentlichung des Albums "Charmed Life" und eine Hauptrolle in Oliver Stones Film "The Doors" vor. Hier sollte er den besten Freund von Jim Morrison spielen. Eigentlich! Doch es kam anders! Im Februar 1990 überfuhr der passionierte Motoradfahrer Idol ein Stoppschild und raste in einen LKW. Nur mit viel Glück überlebte er diesen Unfall, der ihn beinahe nicht nur ein Bein, sondern das Leben gekostet hätte.
Mit sehr viel Verspätung erschien dann doch das angekündigte Album und es folgte eine Welttournee. Auf "Charmed Life" ließ Idol deutlich stärkere Rockelemente einfließen, was schließlich auch dazu führte, dass dieses Album das zunächst letzte, wirklich kommerziell erfolgreiche Album sein sollte.
Nach der neuen Scheibe kam seine Karriere fast zum Erliegen. Seit Mitte der 80er Jahre war Idol drogenabhängig. Es folgten mehrere Prozesse wegen Schlägereien im Rausch und diese bescherten ihm so manche Negativ-Schlagzeile, bis er schließlich 1993 aufgrund einer Überdosis erneut auf die Intensivstation kam. Kurz darauf zog er, gerade noch rechtzeitig, die Notbremse und machte einen Entzug. Diese Erfahrungen und Erlebnisse verarbeitete er noch im gleichen Jahr in seinem versuchten Comeback-Album "Cyberpunk", das sich stilistisch gesehen von allen bisherigen Werken abhob.
Nach dem mehr oder weniger missglückten Comeback wurde es lange Zeit still im Billy Idol.
2001 erschien schließlich ein Best-Of-Album, dass sich überraschend mehr als eine Million Mal verkaufte. Der Funke war wieder da! 2002 gab Billy Idol dann auf einer Scheibe mit Storytellers einige alte Generation X - Klassiker zum Besten und er arbeitete erstmals seit 1986 wieder mit seinem Gitarristen Steve Stevens zusammen.
Ein wirkliches Comeback aber war Billy Idol noch nicht vergönnt. Das lag aber nicht daran, dass er nicht wollte, sondern schlicht und ergreifend an der Tatsache, dass ihn sein aktuelles Label nicht machen ließ. Chrysalis Records schränkte ihn in seinen künstlerischen Freiheiten ein, es kam zum Rechtsstreit, in dessen Folge Billy aus dem Vertrag heraus kam. 2005 erschien dann endlich, nach 12 Jahren Pause, seine neue Single "Scream" und noch im gleichen Jahr das Album "Devil’s Playground". Es folgten zahlreiche Konzerte und Auftritte, unter anderem bei Rock im Park, Rock am Ring, Konzerte in Finnland, Großbritannien, Bulgarien, Serbien und Ungarn, bis dann, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft 2009 das Weihnachtsalbum "Happy Holidays" erschien.
Mit diesem Werk endet auch, zumindest vorläufig, die musikalische Karriere von Billy Idol. Derzeit arbeitet er an seiner Autobiographie "Dancing With Myself", die Ende 2011 oder Anfang 2012 erscheinen soll. Was dann kommt, wird die Zukunft zeigen. Fakt ist jedenfalls, dass Billy Idol in seiner langen Karriere zahlreiche Klassiker schuf, die uns die Wartezeit bis zum nächsten Album sicher verkürzen werden.
Offizielle Seite von Billy Idol
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